Grußwort des Präsidenten Ralf Niederhäuser

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 20 November 2011 14:44
Geschrieben von Ralf Chadt-Rausch
Kategorie: Mitteilungen

Ralf NiederhäuserDas Modewort „Demographie“ bewegte im Jahr 2011 so ziemlich alle Gesellschaftsschichten.  Auf Deutsch heißt es Bevölke-rungswissenschaft. Die vereinfachte, aktuelle Formel lautet:  Die Alten sterben und die Jungen werden erst gar nicht geboren.

Ob das Bevölkerungsminus den Schachbund NRW trifft, ist in Frage zu stellen. Die Mitgliederzahlen gehen allerdings kontinuierlich zurück. Momentan wird die Kurve etwas flacher.

Millionen Menschen in NRW spielen in privaten Kreisen oder im Internet Schach. Eine Bindung an einen Schachverein wird mit unzähligen Ausreden vermieden. Ausreden, die Schach in ver-ächtlicher Form darstellen, sind unbekannt. Zumeist wird ein Zeitproblem genannt. Die Amateurmeisterschaften mit hohen Teilnehmerzahlen beweisen die Attraktivität des Schachspiels. Die Reputation des Schachspiels ist unbestritten. Persönlich hat sicherlich schon jeder von uns das Highlight erlebt, als Schachspie-ler/in - sogar mit DWZ unter 1200 - bewundert zu werden. Da lässt sich kaum was steigern. Der Mitgliederrückgang liegt also nicht am Spiel selbst. Er dürfte auch nicht in der Demographie zu suchen sein, denn wie aufgeführt gibt es die hundertfache Menge von Laienspielern/innen gegenüber unseren ca. 19.000 organisierten Spielern/innen. Was können wir ändern, um den Mitgliederverlust zumindest zu stoppen oder den Minustrend umzukehren? Wir Funktionäre und Vereine müssen neue Wege beschreiten. Der erste Schritt wäre ein Brainstorming aller im Schachbund, um zu erfahren, welche Wünsche Schachspielinteressenten/innen haben und wie sie motiviert werden können, sich an einen Verein zu binden. Die Vereine an der Basis sind gefordert. Was hat der Schachbund bisher getan bzw. wird in der Zukunft tun?

Die Jugendarbeit wird mit dem Ziel verstärkt, dass die Jugendorganisation auch mit ungewöhnlichen Aktionen unterstützt wird. So ist es mit Hilfe der Jugend gelungen, kurzfristig die Spielemesse 2011 in Essen mit einem Schachstand zu bestücken. Schach auf Messen, Ausstellungen, Stadtfesten etc. zu präsentieren, ist ein optimales Marketing und sollte mehr ausgenutzt werden.

Wegen zu kurzen Anmeldefristen ist leider ein geplantes Seniorenturnier in tollem Ambiente am Rhein nicht zustande gekommen. Die wenigen Anmelder haben dies sehr bedauert und den Verbund gebeten, es früher anzupacken. Hier versprochen!

Ausgezeichnete Ideen liegen zur Frauenförderung vor. Die Kommunikation und der Zusammenhalt der Frauen soll über ein Verbandsnetzwerk verstärkt werden. Kooperationen mit anderen Sportarten sollen eingegangen werden. Mutter-Kind Turniere mit Kinderbetreuung sollen organisiert werden. Den Frauen, die ihre Männer zum Spiel begleiten, sollen Unterhaltungsmöglichkeiten angeboten werden. Damit dies von der Frauenreferentin geschafft werden kann, wird intern die Schachbund-Organisation probeweise umgestellt.

Dass Schach Sport ist, muss den Unwissenden deutlicher vermittelt werden. Ich fordere Schachspieler/innen daher auf, kör-perliche Vergleiche zu Bewegungssportarten mit Unorganisierten zu diskutieren.

Einige Beispiele: Durch Laufen wird Adrenalin in den Hormon-haushalt gepumpt >> Wissenschaftlich ist bewiesen, dass der Schachspieler/in-Körper von Adrenalinstößen überschwemmt wird. Sportler nehmen ab >> Schachspieler/innen nachweislich in einem anstrengendem Turnier bis zu 5 Kilogramm. Sportler verbrauchen Kalorien >> Ein Baby verbraucht 70 bis 80 % seiner Energie für die Gehirntätigkeit. Ähnlich dürfte es bei Schachspieler/innen, die sich unentwegt auf neue Situationen einstellen müssen, auch sein.

Kurzum, Schach ist als eine Sportausübung zu definieren!!

Für sein Buch „Zug um Zug“ spielte der Altbundeskanzler Helmut Schmidt gegen einen evtl. Kanzlerkandidaten Schach. Die Wo-chenzeitung  „Die Zeit“  brachte auf über ein Drittel der Titelseite ein ungewöhnlich großes Foto der Beiden mit der Schlagzeile:  Die Partie ist eröffnet.

Dem schließe ich mich gerne an. Unsere Partie für 2012 wird mit einer grandiosen Mitgliederwerbung eröffnet. Bitte unterstützen Sie den Schachbund NRW Schachfreundinnen und –freunde als aktive Mitglieder zu werben. Schicken Sie uns Ihre Ideen. Wir werden ihre Vorschläge sehr ernst nehmen.

Eine frohe Weihnacht und einen Gewinnerzug ins Neue Jahr
wünscht das gesamte Präsidium Ihnen und Ihren Familien

Im Auftrag der Präsident
Ralf Niederhäuser